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ergriffen. ſie wußte nicht, was ſie antworten ſollte und ſtammelte nur:
„Mein Fräulein, ich verdiene ein ſolches Lob nicht... und „ ich weiß nicht . . .“
Dann fügte ſie, ſehr zufrieden dieſen Schmeicheleien zu entgehen, welche trotz ihrer Unerfahrenheit einen ſelt⸗ ſamen Eindruck auf ſie hervorbrachten, bei:
„Sie wollen mich um etwas bitten, mein Fräulein?“
„Allerdings,“ antwortete Helena, „ich wollte Ihre i in Beziehung auf den morgigen Gottesdienſt ein⸗ holen.“
„Welchen Gottesdienſt meinen Sie, mein Fräulein?“
„Den Gottesdienſt, welchem wir jeden Tag bei⸗ wohnen werden.“
Und als Erneſtine eine Bewegung des Erſtaunens machte, fuhr Fräulein Helena mit frommem Tone fort:
„Dem wir jeden Tag belwohnen werden, um eine Stunde lang für die Ruhe der Seelen Ihres Vaters und Ihrer Mutter zu beten.“
Das Mädchen hatte bis jetzt keine beſtimmte Stunde gehabt, um für ſeinen Vater und ſeine Mutter zu beten.
Die Waiſe betete beinahe den ganzen Tag, das heißt beinahe jeden Augenblick dachte ſie mit frommer Ehrfurcht mit unausſprechlicher Rührung an die zwei geliebten We⸗ ſen, deren Verluſt ſie beklagte.
Da ſie ſich jedoch der Einladung von Fräulein He⸗ lena nicht zu entziehen wagte, ſo antwortete Erneſtine mit traurigem Ton:
„Ich danke Ihnen, daß ſie dieſe Idee gehabt haben, mein Fräulein, und werde Sie begleiten.“
„Die Meſſe um neun Uhr,“ ſprach die Andächtlerin, „wird die ſchicklichſte ſein, inſofern ſie in der Kapelle der Jungfrau ſtattfindet, der Sie i ganz beſonders frommer Ehrerbietung zugethan ſind, wie Sie mir geſtern ſagten, Erneſtine?“
„Ja, mein Fräulein, in Italien wohnte ich alle Sonntage dem Gottesdienſt in der Kapelle der Madonna


