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Helena mit einer ſolchen Unterthänigkeit eintreten ſah, eiligſt Schlag auf Schlag erwiederte.
„Ich danke, Fräulein von Beaumesnil, daß ſie die Güte haben will, mir eine kurze Unterredung zu gönnen,“ ſprach Fräulein Helena mit einem förmlichen und ehr⸗ furchtsvollen Ton, wobei ſie eine dritte und letzte Ver beugung machte, Erneſtine erwiederte auch dieſe und ſagte dann ſchüchtern und verlegen:
„Fräulein Helena, ich habe Sie auch um eine Ge⸗ fälligkeit zu bitten.
„Mich? welche Ehre! ...“ ſprach raſch die Beſchützerin von Herrn von Macreuſe.
„Mein Fräulrin, ich bitte Sie, haben Sie die Güte, mich Erneſtine zu nennen ſtatt Fräulein von Beau⸗ mesnil zu mir zu ſagen . Wenn Sie wüßten, wie läſtig mir das iſt! ..“
„Ich befürchtete, Ihnen zu mißfallen, mein Fräulein, wenn ich mich vertraulicher benehmen würde.“
„Sagen Sie zu mir: Erneſtine, und nicht: mein Fräulein. Ich bitte Sie noch einmal darum, ſind wir nicht Verwandte? Und ſpäter, wenn ich verdiene, daß Sie mich lieben,“ fügte das Mädchen mit treuherziger Anmuth bei, „nicht wahr, dann ſagen Sie: meine liebe Erneſtine?“
„Ah! Sie beſitzen meine ganze Zuneigung, ſeitdem ich Sie zum erſten Mal geſehen habe,“ antwortete Helena ſalbungsreich, ich errieth, der Verein aller bei einer jungen Perſon von Ihrem Alter ſo wünſchenswerthen chriſtlichen Tugenden, blühe in ihrem Herzen. Ich ſpreche nicht von Ihrer Schönheit, ſo idealiſch ſie auch ſein mag, denn Sie gleichen einet Madonna von Raphael. Aber,“ fügte die Gottesfürchtige, die Augen niederſchlagend bei, „die Schönheit iſt ein zerbrechliches und in den Augen des Herrn vergängliches Geſchenk, während Ihnen die Eigen⸗ ſchaften, mit denen Sie Feſchmückt ſind, Ihr Heil ſichern werden.“
Bei dieſer Lawine halb myſtiſcher Lobeserhebungen fühlte ſich die Waiſe von einer tödtlichen Verlegenheit


