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in ſeiner Wiege und würde es ohne Gewiſſensbiſſe gänzlich verlaſſen haben, aber gleichwohl bebt und erröthet ſie bei dem Gedanken, daß ihre ſchlüpfrigen Bücher eines Tages unter die unſchuldigen Augen ihrer Tochter kommen könnten; ja, dieſes verdorbene, neidiſche, boshafte und ſchamloſe Weib erröthet vor geheimer Scham, und zum erſten Mal vielleicht in ihrem Leben erwacht in ihr ein edles Bewußtſein der Mutterſchaft.
Ihr bisher düſteres, hämiſches, feindſeliges Ge⸗ ſicht nimmt auf einmal einen milden Charakter an, und hingeriſſen von ihrer augenblicklichen aber auf⸗ richtigen Ueberzeugung, ſagt ſie jetzt ohne Verſtellung und Heuchelei zu Clemence Hervé:
„Madame, ich habe mich ſchwer gegen Sie ver⸗ ſchuldet . . . ich geſtehe und bereue es; die verſchie⸗ denen Ereigniſſe, deren Zeugin ich ſoeben geweſen, Ereigniſſe, die für Sie, Madame, und das Fräulein ſo glorreich ſind, hatten mich bereits zu ernſtem Nach⸗ denken gebracht, aber Ihre letzten Worte, Madame, haben das Innerſte meiner Seele aufgeregt. Ach ja, der Tag wird kommen, wo meine Tochter viel⸗ leicht die Bücher leſen wird, die ich geſchrieben habe! . . Dieſe Worte haben das ſittliche Gefüͤhl in mir erweckt oder neu ins Leben gerufen! . . . Wenn ich ein anderer Menſch werde, ſo werde ichs Ihnen zu verdanken haben, Madame . .. Dieſe Umwandlung wird dann Ihr Werk ſein . . . Kommt ſie nicht zu Stande, ſo habe ich gleichwohl Ihnen zu danken, Madame; denn Sie haben mir wenigſtens großherzig den Weg eröffnet, wieder zu Ehren zu gelangen; und ich .


