Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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Wir dürfen uns nicht wieder ſehen. Ich werde das Geſchehene vergeſſen. Thun Sie daſſelbe oder viel⸗ mehr ſuchen Sie eine Lehre darin, ſie kann Ihnen nützlich ſein. Sie ſind jung, Madame, und beſon⸗ ders ſind Sie Mutter . . . Ich will gern glauben, daß der Einfluß des Muttergefühles ſtark genug ſein wird Sie zu regeneriren, beſonders wenn Sie wäh⸗ rend Ihrer künftigen literariſchen Laufbahn einen höchſt wichtigen Gedanken ins Auge faſſen, mit dem Sie ſich bis jetzt nicht beſchäftigt zu haben ſcheinen, mit einem Worte, Madame, fügte Clemence Hervé in traurigem und würdevollem Tone hinzu,bedenken Sie, daß der Tag kommen wird, wo Ihre Tochter vielleicht Ihre Bücher leſen könnte.

Dieſe letzten Worte und der Ton, womit ſie ge⸗ ſprochen worden, bringen bei Virginie Robertin in ihrer dermaligen Gemüthsverfaſſung einen plötzlichen tiefen Eindruck hervor, und zum erſten Male denkt ſie daran, daß wirklich ihre Tochter eines Tags ohne Zweifel ihre Bücher leſen werde.

XXVI.

Die Mütter bleiben, wenn ſie ſich auch noch ſo wenig um die Mutterſchaft bekümmern, doch in einer gewiſſen Beziehung immer Mütter. So unkeuſch ſie ſelbſt ſein mögen, ſo haben ſie doch beinahe immer das Gefühl, daß ſie ihre Töchter zu bewahren haben. Die Verfaſſerin des modernen Cherubin und ſo vieler anderer Werke von empörender Unſittlich⸗ keit verwahrloste ihr Kind auf eine ſchändliche Weiſe