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„Nun ja, ich ſehe Sie an . . . Was ſoll's?“
„Erinnern Sie ſich nicht mich ſchon geſehen zu haben?“
„Nein!“
„Das iſt möglich . . . denn als Sie wieder voll⸗ kommen zum Bewußtſein kamen, da war ich nicht mehr bei Ihnen . . . Ah, Sie werden roth . .. das Gedächtniß ſtellt ſich wieder ein?“
„Ganz und gar nicht.“
„So muß ich alſo Ihren Erinnerungen zu Hilfe kommen. Eines Tags waren Sie bei dem Sänger Sylvio. Sie bekamen einen ſo lebhaften Wortwechſel mit ihm, daß Sie von einem äußerſt heftigen Nerven⸗ zucken befallen wurden. Sylvio, der Sie ohnmächtig ſah, ſchickte in ſeiner Angſt eiligſt ſeinen Bedienten fort, um einen Arzt zu holen. Ich befand mich zu⸗ fällig im Hauſe, wo ich einen Patienten hatte; der Portier ſagte dies dem Bedienten Sylvio's. Dieſer ließ mich alſo in dem Stock, wo ich war, holen und führte mich in ſein Schlafzimmer . . . dort ſah ich eine Frau, die von ihrer Ohnmacht in einer ſolchen Unordnung der Toilette überfallen worden war, daß . aber ich will aus Rückſicht auf dieſe Damen die Discretion des Herrn Robertin nachahmen und nur noch hinzufügen, daß die Frau . . .“
„Dieſes Luder da war,“ rief Herr Robertin in ſchrecklichem Grimm, indem er ſeiner keuſchen Ehe⸗ hälfte die Fauſt zeigte. Dann aber faßte er ſich und ſagte bloß: „Geduld, Geduld!“
„Du biſt ein Eſel in Folio, Robertin, Du glaubſt an Portiersklatſchereien,“ ſagte die Verfaſſerin des modernen Cherubin mit der größten Dreiſtigkeit.
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