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bei allem Reſpect, den ich Ihnen ſchulde, nicht die erſte, die mein junger Herr geliebt hat, oder, um es noch beſſer zu ſagen, er hat ſie ganz und gar nicht geliebt . . denn er war betrunken . . . nun aber hat ein betrunkener Menſch kein Selbſtbewußtſein und das iſt es . . .“
„Das iſt es, was mich ungemein freut, weil es Dich verdammt ärgern muß, Major,“ verſetzte Herr Robertin mit bitterem Spott, „und jetzt haben wir Zwei es mit einander zu thun . . . Du haſt Un⸗ ruhe und Unglück ins Haus der Frau Clemence Hervé bringen . . . Du haſt den Sohn und die Mutter veruneinigen gewollt . . . Sie ſollen Zeugen Deiner Beſtrafung ſein. Höre mich wohl, Major!“
XXII.
Frau Robertin erlitt Folterqualen, aber es war ihr unmöglich ſich dieſer Sühnung, dieſer wohlver⸗ dienten Züchtigung zu entziehen; ihr Mann würde ſie nöthigenfalls mit Gewalt verhindert haben die Werkſtatt zu verlaſſen. Die Verfaſſerin des moder⸗ nen Cherubin fühlte ſich nicht bloß in ihrem Hochmuth aufs Tiefſte verletzt, als ſie ſich um eine ſo hartnäckig erſtrebte Rache bedroht ſah, ſondern ſie
bemerkte auch mit geheimem Entſetzen eine gründliche,
plötzliche, unbegreifliche Veränderung, die ſich im Charakter ihres bisher ſo ängſtlichen und gefügigen Mannes kundthat; ſie kannte ſeine Starrköpfigkeit und ſeine Eiferſucht. Sie wußte, weſſen die empör⸗ ten Feiglinge fähig ſind, wenn ſie einmal das Joch


