Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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letzten Aufwallungen ihres verzweiflungsvollen Ent⸗ ſchluſſes belebten noch ihr Auge, worin ein fieber⸗ hafter Glanz leuchtete; zwei kleine Jungen von ſechs

bis acht Jahren, ohne Hemden, beinahe nackt und

mit hervorſtehenden Knochen drückten ſich, am Fuße des Bettes ihrer Mutter ſitzend und an die Mauer gelehnt, an einander. — Das Elend iſt mir niemals in unheimlicherer, troſtloſerer Geſtalt erſchienen; ich habe außer dem Schragen, wo die Mutter lag, außer einer kleinen mit Stroh gefüllten hölzernen Kiſte, die den Kindern als Bett diente, in dieſem Dochſtübchen mit ſeinen kahlen und zerfallenen Wänden nicht ein einziges Möbel geſehen; ein ei⸗

ſerner Ofen, einige zerbrochene Gefäße, ein alter

Koffer, der als Tiſch und Stuhl zugleich diente, wo

Claude Erard zu den Häupten ſeiner Frau ſaß, das

iſt das ganze Beſitzthum dieſer Familie.

Das Kind, das mir begegnet war, näherte ſich

dem Bette Madeleines und ſprach ganz leiſe mit ihr, indem es mit ſeinen Blicken auf mich zeigte. Ich brach das Schweigen zuerſt und ſagte zu Claude Erard: „Als ich ſoeben Ihr weinendes Töchterlein be⸗ gegnete, fragte ich es aus, und da ich auf dieſe Art erfuhr, daß Ihre Frau ſehr leidend ſei, ſo dachte ich, ich könnte Ihnen vielleicht nützlich werden. Ich bin alſo gekommen, verfügen Sie über mich.“

Claude Erard ſenkte ſeine Augen und konnte Anfangs vor Rührung nicht antworten; aber ein unausſprechlicher Glanz verbreitete ſich über die Züge

—

Madeleines. Thränen liefen über ihre Wangen

herab und ſie rief mit zitternder Stimme: