Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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daß ſie von ihrer Gemüthsbewegung förmlich Notiz nahm, weil ſie ſich ohne Zweifel dann wieder auf⸗ zuraffen geſucht hätten, Heloiſe, ſagen wir, fuhr ohne Unterbrechung fort zu leſen.

Tiefe Stille herrſcht in dem Stübchen, das die Familie Claude Erard bewohnt. Der Unglückliche, der ohne Zweifel ſein unwillkürliches Aufbrauſen ge⸗ gen mich bereut, iſt ſtumm, unbeweglich, niederge⸗ ſchlagen, geſenkten Hauptes ſtehen geblieben. Dieſer Handwerker, der zerfetzte Hoſen und ein ſchlechtes graues Tricotwamms auf dem Leibe hat, dieſer Handwerker, der noch jung und dennoch ſchon kahl iſt; ſeine offene, intelligente Phyſiognomie, ſein bleiches, von Entbehrungen und Kümmerniſſen tief gefurchtes Geſicht, das ſchrecklich mager und unter einem dichten Bart halb verborgen iſt; ſeine von Thränen und Schlafloſigkeit gerötheten Augen, welche das Tageslicht, das durch eine ſchmale Spalte von oben hereindrang, kaum ertragen zu können ſchienen, — Alles das machte einen überwältigenden Eindruck auf mich.

Madeleine lag in einer wurmſtichigen hölzernen Bettlade auf einem durchlöcherten Strohſack, aus welchem da und dort die Halme hervorſahen, und war mit einem ſchmutzigen zerriſſenen Tuch kaum umhüllt. Eine Blouſe und ein zerlumpter Unter⸗ rock dienten als Decke. Ihre ſchwarzen Haare, die unordentlich unter einer alten Zitzhaube hervor⸗ drangen, fielen über ihre Stirne und ihre Schultern herab und ließen ein krankhaft weißes Geſicht ſehen, das von Leiden und Jammer durchwühlt war. Die