Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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„Madame . .. Meine Familie zählt ſich in die⸗ ſer Welt nach Tauſenden und Hunderttauſenden! Verſtehen Sie mich wohl, Madame, meine Brüder, meine Schweſtern und ich, wir nennen uns die Le⸗ bensmüden.“

Nach dieſer furchtbar energiſchen Erklärung barg Claude ſein Geſicht in beiden Händen und ſank ver⸗ zweiflungsvoll auf einen Schemel neben den Häupten ſeiner Frau nieder.

III.

Herr und Frau Morand hörten zur großen Ver⸗ wunderung ihrer Nichte zu, ohne ſie durch übelwol⸗ lende Bemerkungen über Clemence Hervé zu unter⸗ brechen. Die einfache, aber von der jungen Vor⸗ leſerin vortrefflich betonte Erzählung dieſes ſchauer⸗ lichen Elends machte auf den Erhuiſſier und ſeine Frau einen tiefen Eindruck; trotz ihres Egoismus und ihrer Ungeſchlachtheit feuchteten ſich ihre Augen bei gewiſſen Stellen von betrübender Wirklichkeit. Die Worte zum Beiſpiel: „Mama, wir haben Hun⸗ ger, — ſei nicht böſe, Papa, wir können Nichts da⸗ für,“ entlockten den ſtumm gewordenen Verwandten Heloiſens Thränen; ſie ſchauderten, ſie ſchauten ſich „ mit Entſetzen an, wenn ſie an die furchtbare Bedeu⸗ tung der Worte dachten: Meine Brüder und ich, wir nennen uns die Lebensmüden.

Helviſe, welche die Zeilſame Wirkung, die dieſe Erzählung auf ihren Onkel und ihre Tante hervorbrachte, nicht dadurch beeinträchtigen wollte,