Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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„Meine Kinder, meine Kinder!“

Bei dieſem Aufruf ihrer Mutter, welche ihnen ihre Arme entgegenſtreckte, ſtürzten alle drei auf ſie zu und umſchlangen ſie mit ihren Armen. Die Mutter drücktéie leidenſchaftlich an ihre Bruſt und ſagte zu ihnen: „Arme liebe Kleine! Der Himmel ſchickt uns dieſe gute Dame zu, wir werden noch nicht ſterben.“

„Madame,“ ſagte Claude Erard mit Thränen in den Augen zu mir, „gegenüber einem ſo menſchen⸗ freundlichen Benehmen wie das Ihrige vergißt man ſeinen Stolz. Ich bin ſeit zwei Monaten ohne Ar⸗ beit; wir haben Alles, ſelbſt unſere Matratzen und unſer Weißzeug, ins Leihhaus gebracht; meine Frau kann jeden Augenblick niederkommen; es iſt kein Brod im Hauſe; es blieb ein einziger Sou übrig, und dieſen habe ich meinem kleinen Mädchen gegeben, damit ſie einen Tropfen Branntwein kaufen ſollte, um Madeleine ein wenig zu ſtärken, denn ſie iſt kaum eben erſt vor Schwäche in Ohnmacht gefallen. Unſer Unglück iſt nicht durch ſchlechte Aufführung verſchuldet . . . Ich bin Holzdreher und arbeite ſeit ſieben Jahren bei demſelben Patron, Herrn René, Rue du Faubourg St. Honoré Nr. 102. Madame, Sie können uns nachfragen.“

Thränen der Scham entſtürzten ſeinen Augen und er fügte mit bebender Stimme hinzu:

„Zum erſten Mal in meinem Leben zwingt mich das Elend die Hand nach einem Almoſen auszu⸗ ſtrecken; glauben Sie nicht, Madame, daß meine ttn gegen Sie ſchwer auf mir laſte .. aber