15 Heloiſe begann wie folgt:
Sociales Elend. Erſte Erzählung.
Man muß ſicherlich weniger das Herz als die
Unwiſſenheit der Menſchen anklagen, die von der Schrecklichkeit gewiſſer unglückſeliger Verhältniſſe gar keine Ahnung haben und dem Elend bloß darum nicht zu Hilfe kommen, weil ſie nicht wiſſen, wo es liegt. Ich gedenke in dieſer einfachen Erzählung und den folgenden edlen Herzen die Gelegenheit zu ver⸗ ſchaffen, unbekanntem und der rührendſten Theilnahme würdigem Elend aufzuhelfen; der Egoiſt, der nicht helfen will, ſoll nicht behaupten können, er habe nichts gewußt: ich werde Namen und Adreſſen anfüh⸗ ren; es handelt ſich hier nicht von romanhaften Erfin⸗ dungen, ſondern von Wirklichkeiten. Ich war Zeugin Alles deſſen, was ich jetzt er⸗ zählen werde; die Thränen, die ich fließen ſah, flie⸗ ßen noch zu dieſer Stunde; ihr könnt ſie trocknen, könnt an die Stelle der Verzweiflung Hoffnung, an die Stelle der Mühſal Glück ſetzen. Ihr, die ihr dieſe Zeilen leſen werdet, gebt irgend etwas Ueber⸗ flüſſiges her, aber beeilet euch, ich bitte, beeilet euch! Ich habe meinen Obol gegeben. Bringet den e wigen im Namen der menſchlichen Brüderſchaft und Soli⸗ darität.
Der Erhuiſſier und ſeine Frau hatten dieſe Ein⸗ leitung mit ſteigender Ungeduld angehört; kaum hatte Heloiſe die Worte im Namen der menſchlichen Brüderſchaft und Solidarität ausgeſprochen, ſo rief Frau Morand: 8 .
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