Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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Liebe Tante, ſoll ich Ihnen das Feuilleton von Frau Clemence Hervé vorleſen oder nicht?

Nun freilich ja, man muß doch ſeine Zeit todt⸗ ſchlagen; das Feuilleton iſt eine von unſern Morgen⸗ gewohnheiten geworden. Was ließe ſich auch mit der Stunde anfangen, die wir auf dieſe Lectüre ver⸗ wenden? antwortete Herr Morand.Nur befinden wir uns heute in der unangenehmen Lage von Leuten, 3 die ihren Platz im Theater vorausbezahlt haben. Wenn das Stück ſchlecht iſt, ſo ſind ſie geprellt; aber ein ſchlechtes Stück iſt immerhin beſſer als gar Nichts.

Und dann wird dieſe Lectüre uns nothwendig

Gelegenheit verſchaffen recht weidlich über die ſociale

Demokratie dieſer Clemence Hervé loszuſchimpfen, fügte Frau Morand hinzu.Ich verabſcheue dieſes Frauenzimmer. Sie will in ihren Werken den Leu⸗ ten immer Moral predigen, ſie beſſern, ihnen die Köpfe waſchen. Man iſt freilich gezwungen dieſe Dinge zu leſen, wenn man ſie als Feuilleton erhält;

ſie haben eine Art von Intereſſe, das Einen bis zum Ende fortreißt; aber hernach ärgert man ſich, man ſchämt ſich, daß man ſo wenig Charakter gezeigt und einer einfältigen Neugierde nachgegeben hat.

So wahr ich Morand heiße, ich gebe im Augen⸗ blick alle Clemence Hervé und alle Maria Saint⸗ Clair der Welt für dieſen luſtigen Cumpan Major Sauſewind, ſonſt Virginie Robertin genannt. Aber wenn man keine Krammetsvögel hat, muß man mit Amſeln vorlieb nehmen; lies uns immerhin das neue Meiſterwerk der erlauchteſten Clemence Hervé vor, liebe NRichte..