156
„Aus dem Vorſtehenden ergibt ſich nach meiner Anſicht augenſcheinlich Folgendes:
„Meine Frau wird ſich bald nach meinem Ab⸗ ſcheiden aufs Neue verheirathen, und da ſie unge⸗ mein gut, vertrauensvoll und leichtgläubig iſt, ſo wird ſie vermuthlich eine nicht ſehr verſtändige Wahl treffen und in wenigen Jahren ſich ſelbſt ruiniren oder ſich ruiniren laſſen.
„Um das Unglück, das ich vorherſehe, nach be⸗ ſten Kräften wieder gutzumachen, faſſe ich folgenden Entſchluß:
„Mein Vermögen beläuft ſich mit Inbegriff des Zubringens meiner Frau auf ungefähr dreimal⸗ hundertzwanzig tauſend Franken.
„Man wird bei meinem Tode nur ungefähr fünfzigtauſend Thaler bei mir finden.
„Am heutigen Tage übergebe ich hundertſiebzig⸗ tauſend Franken als Fideicommiß in die Hände meines Collegen, des Doctors Max, unter dem Siegel der tiefſten Verſchwiegenheit.
„Wenn meine Befürchtungen nicht in Erfüllung gehen, wenn meine Frau Wittwe bleibt oder ſich mit einem rechtſchaffenen Mann verheirathet, ſo daß ſie keine tolle Verſchwendung treibt und ihr Ver⸗ mögen unangetaſtet erhält; wenn die Vormundſchaft über meine Tochter rechtſchaffenen Händen anver⸗ traut wird, bis ſie in das Alter kommt, wo ſie ei⸗ nen Gatten wählen kann, wenn dieſe Verbindung ihr alle wünſchenswerthen Ausſichten auf Glück bietet, ſo wird der Herr Doctor Max, der vermöge ſeines vortrefflichen Urtheils und ſeiner genauen Kenntniß der Menſchen und der Dinge dieſe Reſul⸗


