Teil eines Werkes 
4. Band (1858) Schluß
Entstehung
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Meine Wittwe wird beinahe nothwendig ihre Wahl auf einen weltlich geſinnten, luſtigen und verſchwenderiſchen Gatten lenken, der wahrſcheinlich jünger ſein wird als ſie.

Nun iſt es für mich erwieſen, daß die Folgen einer ſolchen Verheirathung für meine Frau und für meine Tochter unheilvoll ſein werden.

Frau Gabert konnte nicht umhin zuſammenzu⸗

beben, als ſie erkannte, mit welchem Scharfblick

ihr erſter Gatte die Zukunft vorhergeſehen hatte, und ſie ſagte ſeufzend zu Henriette:

Mein Kind, ich muß vor Scham und Reue erröthen, indem ich die Richtigkeit der Vorherſehun⸗ gen Deines Vaters eingeſtehe . . . Leider iſt dieß eine ſehr ungenügende Sühne für mein vielfaches Unrecht.

Deine Güte und Dein Glauben an das Gute haben Deinen Irrthum allein verſchuldet, liebe

Mutter, und dieſer Güte hat mein Vater alles

Recht widerfahren laſſen, antwortete das junge Mädchen. Der Arzt las folgendermaßen weiter:

Meine Tochter Henriette wird ohne Zweifel ihr fünfzehntes Jahr noch lange nicht erreicht ha⸗ ben, wenn ich ſterbe; ſie iſt ein großherziges und wackeres Kind, von kräftigem Charakter, von früh⸗ reifer Vernunft, von geſundem Verſtand und ern⸗ ſtem Geiſt; wenn meine Tochter bei meinem Tod

achtzehn Jahre zählte und es mir möglich wäre die