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ſie einmal Wittwe iſt und frei über ihr und ihrer Tochter Vermögen verfügen kann, in kurzer Zeit ſich ſelbſt ruiniren oder ſich ruiniren laſſen wird.
„Das iſt noch nicht Alles; meine Frau hat ſich während ihres Lebens, ohne ſich jemals zu beklagen und ohne jemals die Sanftheit ihres Charakters im Mindeſten zu verläugnen, in eine zurückgezogene, eintönige, aller weltlichen Vergnügungen erman⸗ gelnde Exiſtenz ergeben, ſo wie mein Hang zur Einſamkeit und die Nothwendigkeiten meiner Stu⸗ dien und meines Berufes ſie mit ſich führen.
„Meine Frau hat ſich alſo während meines Le⸗ bens ſehr gelangweilt; daraus wird beinahe un⸗ zweifelhaft folgen, daß ſie ſich nach meinem Tode wird ſehr amüſiren wollen.
„Dieſer Wunſch iſt natürlich und ich hätte Nichts dagegen einzuwenden, wenn ich nicht wüßte, daß meine Frau unfähig iſt ihre Ausgaben ver⸗ nünftig einzurichten. Nach meiner Anſicht iſt es beinahe gewiß, daß ſie ſich juſt wegen ihrer Cha⸗ rakterſchwäche aufs Neue verheirathen wird; ſeit zwanzig Jahren gewöhnt ihren eigenen Willen dem meinigen unterzuordnen, im Gefühl der Unfähigkeit ihrem Leben eine ſichere Richtung zu geben, von Natur aller Entſchloſſenheit und Initiative erman⸗ gelnd, wird ſie einen Führer ſuchen und natürlich einen ſolchen wünſchen, der mir in allen Punkten unähnlich iſt.
„Ich war ernſthaft, ſtreng, ungemüthlich, ein Stubenhocker; ich hielt mein Haus auf einem an⸗ ſtändigen Fuß, aber ohne von meinen Gewohnhei⸗ ten der Ordnung und Sparſamkeit abzugehen.


