Teil eines Werkes 
4. Band (1858) Schluß
Entstehung
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Der Doctor antwortete Nichts auf dieſe letzten Worte Henriettes und fuhr fort:

Was Ihre Hoffnung auf Muſikſtunden oder auf eine Stelle als Erzieherin eines jungen Mädchens betrifft, mein Fräulein, ſo würden Sie dieſe Hoff⸗ nung als ſehr precär anſehen, wenn Sie wüßten, wie viele Perſonen, die den Unterricht als Beruf gewählt haben, oft ſo wenig Beſchäftigung finden.

Du hörſts, armes Kind, Du hörſts. ..

Ach, Mutter, der Herr Doctor ſieht die Zu⸗ kunft gar zu ſchwarz.

Ich ſehe richtig, mein Fräulein, und Sie dür⸗ fen mirs glauben, daß ich Ihre und Ihrer Frau Mutter Lage recht beurtheile. . . Sie werden einige Zeit ſehr öconomiſch leben können, um Ihre letzten Hilfsquellen möglichſt zu ſchonen; aber wenn die⸗ ſelben einmal erſchöpft ſind. .. glauben Sie mir,

ich übertreibe nicht . dann wird Ihnen die Zu⸗ kunft unter den ſchwärzeſten Farben vor die Augen

treten. . . Ach wehe mir! wehe mir! rief Frau Gabert mit krampfhaftem Schluchzen;wäre ich nicht ſo dumm, ſo blind, ſo gottlos geweſen mich zum zweiten Mal mit dieſem Elenden zu verheirathen, ſo hätten wir wie früher im Wohlſtand leben kön⸗ nen, Du hätteſt eine anſtändige Mitgift erhalten und einen Deiner würdigen Mann geheirathet. Aber nein! rief die Wittwe mit verdoppeltem Herzeleid, ſtatt ſtolz zu ſein auf den Ehrenmann, deſſen

Wittwe ich war . ſtatt ſeinem Gedächtniß treu zu

bleiben, habe ich mich in meinem Alter durch die plumpen Schmeicheleien eines jungen Mannes fan⸗