Teil eines Werkes 
4. Band (1858) Schluß
Entstehung
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ſehen, daß wir für einige Zeit Richts zu kaufen brauchen; es bleiben uns alſo viertauſend Franken, und davon können wir wenigſtens vier Jahre leben, allerdings ſehr ſparſam, und wir müſſen uns ohne unſere Magd behelfen, aber man lebt doch ... und bei Dir zu leben, Mutter, iſt immer ein Glück.“

„Aber wie lebt man? man muß ſich tauſend Entbehrungen gefallen laſſen, die um ſo härter ſind, je mehr man an Wohlhabenheit gewöhnt war. Ich ſage dieß nicht um meinetwillen . . . Gott iſt mein Zeuge.. ſondern um Deinetwillen, mein armes Kind. Ich fürchte ſo ſehr Dich leiden zu ſehen; und endlich werden unſere Hilfsmittel ſich eines erſchöpfen, und was ſoll dann aus uns wer⸗ en?“

„Ich hoffe ſehr, Mama, daß unſere Hilfsmittel ſich nicht nur nicht erſchöpfen, ſondern vielmehr ver⸗ größern werden.“

„Und auf was Art, mein Fräulein?“ fragte der Doctor Max, welcher die Selbſttäuſchungen Hen⸗ riettes keineswegs zu theilen ſchien. Wie wollen Sie Ihre Hilfsmittel vergrößern?“

„Durch meine Arbeit, Herr Doctor,“ antwor⸗ tete das junge Mädchen mit feſter Stimme.

Dann wandte ſie ſich an ihre Mutter:

„Glaubſt Du denn, daß ich in meinem Alter müßig bleiben werde?“ 2

„Und was wirſt Du thun, mein Kind? Mit welchen Arbeiten wirſt Du Dich beſchäftigen?“

„Kann ich nicht nähen und ſticken? Kann ich nicht, Dank der Erziehung, die ich genoſſen habe, Muſikunterricht ertheilen oder die erſte Erziehung