Teil eines Werkes 
4. Band (1858) Schluß
Entstehung
Einzelbild herunterladen

142 2 ſen Mann, der Anfangs der Mitſchuldige Ihres Gatten geweſen war, Ihnen erklären hörte, daß derſelbe Sie gänzlich ruinirt habe.“

„Ach, es iſt nur allzu wahr! Ach, es wird mich tödten!“ murmelte Frau Gabert unter lautem Schluchzen. „Henriette . . . mein armes Kind, meine Blindheit hat uns Beide ins Verderben ge⸗ ſtürzt. Großer Gott! Dich im Elend zu ſehen und zwar einzig und allein durch meine Schuld . das iſt ſchrecklich, ich wiederhole es Dir, es wird mich ins Grab bringen.“

„Schon wieder dieſe Vorwürfe, die Du Dit ſelbſt machſt und die mir ſo wehe thun,“ ſagte Henriette.

Dann wandte ſie ſich an den Arzt:

„Mein Herr, Sie ſind bald beinahe ein Freund für uns geworden . . . Bitte, vereinigen Sie ſich mit mir, um meine Mutter zu beruhigen und zu beſchwichtigen; ſagen Sie ihr, daß ſie ſich ſolcher Befürchtungen entſchlagen ſolle, die eben ſo peinlich als ungegründet ſind . . .“

„Mich beſchwichtigen . „ mich beruhigen . . ach, unglückliches Kind, was ſoll denn aus uns werden?“ rief Frau Gabert mit herzzerreißendem Schluchzen. „Wenn unſere letzten Mittel erſchöpft ſind, ſo werden wir dem tiefſten Elend anheimfallen, und ich werde Dich von Allem entblößt ſehen .. Du wirſt frieren . . vielleicht Hunger leiden.“

„Liebe Mama, Deine beunruhigte Zärtlichkeit ſollte die Schwierigkeiten unſerer Lage nicht über⸗ treiben; ſie iſt allerdings mißlich, aber nicht ver⸗ zweifelt. nicht wahr, Herr Doctor?“