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„Elender. Du unterſtehſt Dich dem Fräulein Gewalt anzuthun!“
Henriettes Stiefvater, der unverſehens getroffen worden iſt, gibt keinen Schrei, keinen Seufzer von ſich; ſeine Beine biegen ſich, er ſinkt rückwärts zu⸗ ſammen und fällt ſchwer zu Boden wie der Ochſe unter der Keule des Metzgers.
Henriette ſpringt zu ihrer Mutter, die vor Schreck ihr Bewußtſein verliert, kniet neben ſie nieder und hält ſie in ihren Armen, ohne zu bemerken, daß Fremion, über ſeinen ſterbenden Mitſchuldigen hin⸗ gebeugt, deſſen Taſche durchſtöbert, das Portefeuille mit den andern ſechsundzwanzig Bankſcheinen her⸗ auszieht und ſich aneignet. Dann wendet er ſich an Henriette mit den Worten:
„Dieſer elende Gabert hat Sie Beide ruinirt: es bleibt Ihnen kein Sou von Ihrem Vermögen mehr übrig! Und nachdem er Alles verpraßt hat, wollte er Ihnen den abſcheulichſten Schimpf anthun und ſodann das Haus in Brand ſtecken. . Ihre Dienerin liegt geknebelt im Keller .. Leben Sie wohl, mein Fräulein . . . Ich hoffe, daß ich, indem ich Sie vertheidigte, auch Ihre Mutter von dieſem abſcheulichen Schurken befreit habe, der, wie mirs nicht mehr lange zu leben hat .. Und ich 6
Aber hier unterbricht ſich Fremion beim Anblick einer neuen Perſon, die auf der Schwelle der offen gebliebenen Thüre erſcheint und ſo eben aus einem Wagen geſtiegen iſt, deſſen Annäherung von den handelnden Perſonen bei dieſer tumultuariſch ſchreck⸗ lichen Scene nicht gehört worden.


