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kraftlos auf ihre Kniee und faltet die Hände, ohne ein Wort hervorbringen zu können.
„Mutter!“ ruft Henriette, indem ſie ſich mit der Kraft der Verzweiflung gegen ihren Stiefvater wehrt, der ihre Bewegungen zu bemeiſtern bemüht iſt; „liebe Mutter . die Thüre ſteht offen .. flieh . . . ſie werden Dich tödten . . . flieh . . kümmere Dich Nichts um mich!“
Fremion hat ſich auf den Ruf ſeines Freundes Henriette genähert, die ebenfalls von dem fernen Lampenſchein beleuchtet wird und auf deren ſchönem Geſicht unerſchrockene Entſchloſſenheit zu leſen iſt, neben dem tödtlichen Schmerz beim Gedanken an die Gefahr, die ſie für ihre Mutter fürchtet, welcher ſie von Neuem zuruft: *
„Flieh, liebe Mutter, flieh!“
Der herzzerreißende Ton des Mädchens, ihre in dieſem Augenblick ſo rührende Schönheit, ihr Muth, denn ſie vergaß ſich ſelbſt, um nur an die Rettung ihrer Mutter zu denken, machen einen er⸗
ſchütternden Eindruck auf Fremion. Es überkommt
ihn auf einmal eine jener Anwandlungen von Mit⸗ leid, denen ſelbſt die verhärtetſten Naturen manchmal zugänglich ſind; zugleich fürchtet er für ſich ſelbſt die Folgen des Verbrechens, deſſen er ſich mitſchul⸗ dig machen ſoll, und da er endlich eine vortreffliche Gelegenheit ſieht ſeine Geldgier zu befriedigen, ſo wirft er ſich auf Gabert, zieht, ſtatt ihm den hart⸗
näckigen Widerſtand Henriettes bezwingen zu helfen,
ſein Mordinſtrument aus der Taſche und verſetzt ihm mit dieſer furchtbaren Waffe einen wüthenden Schlag auf den Schädel, indem er ruft:


