Teil eines Werkes 
4. Band (1858) Schluß
Entstehung
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Die Ergebung dieſes ſtummen Schmerzes zerriß Henriette das Herz, erſchütterte ihren Muth und führte einen Umſchlag in ihrem Geiſte herbei. Sie machte ſich Vorwürfe, daß ſie ihrer Mutter einen grauſamen Schlag verſetzt habe, ohne einen anbern Grund als unbeſtimmte Ahnungen in Betreff dieſer Verbindung, die ihr ſelbſt ganz gleichgiltig ſein konnte, da Herr Gabert ihr ſtets Theilnahme be⸗ wieſen hatte. Sie würde ihn ohne Widerwillen als Stiefvater angenommen haben, und ihr Herz ſagte ihr, daß dieſe Che der Zärtlichkeit ihrer Mut⸗ ter gegen ſie keinen Abbruch thun könnte. Dann dachte ſie auch, daß ſie ihre Befürchtungen, die hauptſächlich auf dem Mißverhältniß des Alters be⸗ ruhten, begründen und zur Wittwe ihres Vaters ſagen müßte:

„Du würdeſt Dich lächerlich machen, wenn Du S Mann heiratheteſt, der weit jünger iſt als

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Henriette hätte es nie gewagt ihrer Mutter einen ſolchen Schimpf anzuthun, zumal in dieſem Augenblick, wo ſie eine ſo rührende Selbſtverläug⸗ nung bewies, indem ſie ſich in eine von der Mut⸗ terliebe gebotene Verzichtleiſtung ergab. Obſchon Henriette indeß entſchloſſen war ihren Rath voll⸗ ſtändig zurückzunehmen, ſo war ſie doch ſehr ver⸗ legen, wie ſie dieſe plötzliche Meinungsänderung erklären ſollte. Sie hielt es für möglich, als ihre Mutter, ihr mit Thränen gebadetes Geſicht ab⸗ wiſchend, zu ihr ſagte:

„Ich habe nur ein einziges Wort, mein Kind: