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blos vom Standpunkt des zukünftigen Glückes ihrer Mutter zu betrachten.
Die erſte Einwendung, die ſich ihr natürlich aufdringen mußte, war die Altersverſchiedenheit bei den beiden heirathsluſtigen Perſonen; dann kam in zweiter Linie die relative Armuth des Herrn Sta⸗ nislas, der, um ſich intereſſant zu machen, häufig vor ſeiner Mündel geſagt hatte, daß er ganz be⸗ ſcheiden von ſeiner geringen Befoldung lebe. Dieſe zweite Einwendung ſchien ihr nur untergeordnete Bedeutung zu haben, da ſie zu jung und zu groß⸗ ſinnig war, um materiellen Intereſſen große Wich⸗ tigkeit beizulegen, allein ſie gab ihr dennoch viel zu denken; da ſie übrigens zu wenig Erfahrung be⸗ ſaß, um über die angenehme Oberfläche des Hal⸗ lunken hinaus zu ſondiren, ſo fragte ſie ganz ein⸗ fach, ob ihre Mutter auf Ehre und Gewiſſen Recht oder Unrecht habe ſich aufs Neue zu verheirathen, und zwar mit einem armen, ehrlichen, jungen Mann von gefälligem Charakter und guter Gemüthsart.
Die Altersverſchiedenheit beſchäftigte Henriette ganz beſonders, und da ſie dieſe Sache mehr in⸗ ſtinktmäßig als mit Sachkenntniß beurtheilte, ſo fühlte ſie ſich jeden Augenblick durch ihre eigenen Betrachtungen in ihrer Zärtlichkeit und kindlichen Achtung geſtört und verletzt: ſie erinnerte ſſch, wie häufig ihre Schulfreundinnen über alte Perſonen gelacht und geſpottet, die ſich mit weit jüngeren verheiratheten; mun war ihre Mutter im Vergleich mit Herrn Stanislas alt, man mußte alſo ihre Ehe lächerlich finden; dann verknüpfte Henriette auch trotz ihrer Seelenreinheit gewiſſe unbeſtimmte Ideen


