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„Mein Knicker von Vetter muß ein hübſches Vermögen hinterlaſſen haben. Ich werde in meiner Eigenſchaft als Mitglied des Familienraths bald die Summe erfahren. Wenn ſie mir zuſagt, und das wird ſie wie ſie auch ausfallen mag, da ich gar Nichts beſitze, warum ſollte ich dann dieſe gute dicke Gans von einer Doctorin nicht heirathen? Sie wird freilich bald fünfzig auf dem Rücken haben; aber ſie iſt noch immer präſentabel. Ihre blonden Haare werden nicht grau; ſie hat einen friſchen Teint, ſchöne Zähne, recht hübſche Augen, die freund⸗ lichſte Phyſiognomie von der Welt; ſie iſt von die⸗ ſem Despoten von Doctor zum leidenden Gehorſam abgerichtet worden; ſie iſt ängſtlich, ſie hat weder Willen noch Charakter; ſie wird alſo fügſam ſein und unterwürfig wie ein gut dreſſirter Hund. Sie muß ſich während ihrer Ehe ſcheußlich gelangweilt haben; ich werde vor ihren Augen die glänzende Geſellſchaft ſchimmern laſſen, wo mein Talent als Sänger geſucht iſt, und ich will ihr verſprechen ſie da einzuführen; ich werde liebäugeln; ich werde mich zärtlich, verliebt, dringend zeigen, und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn ich die dicke Wittwe nicht verführen ſollte . . . Ich habe ſchon ganz andere verführt: ich kenne die Frauen und bin ein wahrer Teufelskerl. Sie muß ſieben bis achttauſend Franken Rente beſitzen; man kann das Einkommen verdoppeln und verdreifachen, wenn man das Kapital angreift, und dazu bin ich wohl im Stande. Ich gebe gleich nach der Hochzeit meine Entlaſſung ein und führe ein angenehmes Parti⸗ culierleben. Ich halte ein gutes Haus, eine gute


