Teil eines Werkes 
4. Band (1858) Schluß
Entstehung
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erſten Familienverſammlung der Fall, die zur Er⸗ eines Vormunds für Henriette einberufen wurde.

Ihre Mutter, die zuerſt im Saal des Friedens⸗ gerichtes erſchien, fand Anfangs nur einen einzigen Verwandten, einen mürriſchen Greis, der gänzlich taub warz bald kam in ſeiner Eigenſchaft als Vet⸗ ter des Verſtorbenen Herr Stanislas Gabert, der ſich ſehr pünktlich einſtellte, in der Hoffnung irgend ein Diner wegzufiſchen.

Die Wittwe hatte den Romanzenſänger ſeit ſei⸗ ner Ausweiſung aus ihrem Hauſe nicht mehr ge⸗ ſehen. Sie empfing ihn mit der liebenswürdigſten Zuvorkommenheit, erinnerte ihn an jene herrlichen allzu ſeltenen Abende, wo ſie das Glück gehabt ſich an ſeinem köſtlichen Talent zu erfreuen, ſeufzte bei ihrer Anſpielung auf die Sittenſtrenge des Seligen, der den Künſten und den Künſtlern nicht ſehr hold geweſen; kurz ſie äußerte die Hoffnung,

daß Herr Stanislas ſeine alte Baſe nicht vergeſ⸗

ſen werde, wenn er einige ſeiner köſtlichen Augen⸗ blicke zu vergeuden habe.

Herr Stanislas, der ſehr wenig Takt beſaß und durch ſein niederträchtiges Schmarozerleben ge⸗ waltig heruntergekommen war, hätte noch Schlim⸗ meres gethan, als daß er für einige Mahlzeiten oder Louisd'or ſang oder Poſſen riß, wenn ihn die Noth in eine jener äußerſten Lagen getrieben hätte, aus welchen ſich die Halunken nur auf ver⸗ brecheriſchem Wege zu ziehen wiſſen; aber er lebte ſo gut es ging von ſeinem magern Gehalt von fünfzehnhundert Franken, der oft zur Hälfte von