Teil eines Werkes 
4. Band (1858) Schluß
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

Ohren und zeigte ſich nie wieder bei ſeinem Vetter.

Frau Dumesnil, die ſtets unterwürfig und er⸗ gebungsvoll war, wagte kein Wort über die Aus⸗ weiſung des Romanzenſängers und fügte ſich über⸗ dieß mit vollkommener Aufrichtigkeit in die Be⸗ merkungen ihres Mannes, der ihr ohne Bitterkeit und Härte, aber feſt und überzeugend begreiflich machte, daß ihre Tochter in ihrem Alter weder

Liebeslieder noch Zoten anhören dürfe. Frau.

Dumesnil erkannte die Richtigkeit dieſer Bemerkung, ſehnte ſich aber nichtsdeſtoweniger im Stillen nach den ſeltenen Abenden zurück, welche dieſer aller⸗ liebſte Herr Stanislas ſo ergötzlich zu machen wußte; dann ließ ihn auch die demüthigende Ver⸗ ſtoßung in den Augen der vortrefflichen Frau als eine Art von Opfer erſcheinen, und ſchon vor ihrer Wittwenſchaft hatte ſie mehrere Male ſeufzend zu ſich ſelbſt geſagt: Armer Herr Stanislas!

IH.

Kurz nach dem Tod des Doctors verſammelte

ſich ein Familienrath, um für die junge Henriette

einen Pfleger zu beſtellen.

Es geſchieht häufig, daß die zu ſolchen Ver⸗ ſammlungen, die doch wahrlich ein bedeutendes Intereſſe haben, einberufenen Familienmitglieder dieſelben als langweilige Frohndienſte betrachten und deßhalb nicht hingehen. Daſſelbe war bei der