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rechte Würdigung that der kindlichen Zärtlichkeit und Verehrung Henriettes keinen Eintrag, ſondern verdoppelte ſie vielmehr. Voll Vertrauen auf ihren Muth beſchloß ſie ihrer Mutter eine Stütze zu wer⸗ den, und widmete ihr jenes rührende Mitgefühl, welches die Kraft gegen die Schwachheit empfindet, ſo daß in Folge einer ſeltſamen Verkehrung der natürlichen Pflichten dieſes wackere, ernſthafte Kind von kaum fünfzehn Jahren manchmal daran dachte, es könne vielleicht der Tag kommen, wo ſie für die Wittwe ihres Vaters zu ſorgen habe.
Frau Dumesnil liebte ihre Tochter aufs Zärt⸗ lichſte. Sie verbeugte ſich naiv vor ihrer Intelli⸗ genz und geſtand ſich mit Beſcheidenheit oder viel⸗ mehr mit einem bedeutenden Mutterſtolz ein, daß ihre Henriette ein famöſes Köpfchen ſei, ſo daß ſie ſelbſt, ihre Mutter, gar nichts Beſſeres thun könne, als ſie über alle Dinge zu befragen und ſich ſtets an ihr Gutachten zu halten. So vortrefflich dieſe maßloſe Mutterliebe im Princip war, ſo offenbarte ſie ſich doch häufig auf eine Art und Weiſe, die mehr für die Generoſität als für den Verſtand der Wittwe zeugte. Unter tauſend Zügen nür Einen. Beinahe unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes verausgabte ſie fünf bis ſechstaäuſend Franken, um ihrer Tochter eine Ueberraſchung zu bereiten, indem ſie das Zimmer der Kleinen mit einem Lurus mö⸗ bliren ließ, der um ſo unvernünftiger war, als er an die Stelle des wünſchenswerthen Comforts einen ruinirenden Ueberfluß ſetzte; Henriette, die, wie man ſich denken kann, von dieſer Ueberraſchung nicht in Kenntniß geſetzt war, machte ihrer Mutter


