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ſend Franken, wovon die Hälfte ihrer Tochter, ſo⸗ bald ſie majorenn würde, zufallen und ihre Mitgift bilden ſollte. Dieſe Tochter hieß Henriette und ging in ihr fünfzehntes Jahr, als der Vater ſtarb. Sie war mit einer ausgezeichneten Intelligenz be⸗ gabt und erinnerte an gewiſſe Seiten des väter⸗ lichen Charakters: ſie hatte einen kräftigen Willen, einen geſunden Verſtand, eine kalte an ſich gehal⸗ tene, aber unüberwindliche Entſchloſſenheit; für ihr Alter war ſie ſehr ernſt und beſaß noch überdieß einen männlichen Muth, wie man ihn bei ihrem Geſchlecht ſehr ſelten findet. Die Art von Rück⸗ haltung, wo nicht von Angſt, die lange Zeit den Ausdruck ihrer Zärtlichkeit gegen ihren Vater ge⸗ mäßigt, deſſen ſtrenger Ernſt ihr ſehr imponirte, war verſchwunden, als die Jahre ihre Vernunft zur Reife brachten; und im Augenblick, wo ſie ihn verlor, begann ſie zu ahnen, daß er ſich weniger ſtreng und unzugänglich gezeigt haben würde, wenn er nicht im Intereſſe der guten Erziehung ſeiner Tochter und der Ordnung, die er in ſeinem Hauſe wünſchte, nöthig geglaubt hätte ſeine Frau, deren Schwachheit und Regelloſigkeit ſchlimme Folgen haben konnten, einzuſchüchtern und zu zügeln. Beim Tode des Doctors empfand ſeine Tochter einen tiefen, auf guter Ueberlegung beruhenden Kum⸗ mer, und bei ihrem frühreifen Verſtand ſah ſie mit einer unbeſtiinmten Unruhe der Zukunft entgegen. Da ſie die Fahrläſſigkeit, Unvorſichtigkeit und Leich⸗ tigkeit des mütterlichen Charakters kannte, ſo wußte ſie ihn auch mit einer für ihr Alter ſeltenen Rich⸗ tigkeit des Urtheils zu würdigen; allein dieſe ge⸗


