Teil eines Werkes 
4. Band (1858) Schluß
Entstehung
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drungen war, aber von ſeinen wahren und nicht von jenen ſehr beſtreitbaren Pflichten, kraft deren er nach einem Tag voll Mühe und Arbeit ſeine Abendruhe und ſeine nächtlichen Stunden den Ver⸗ gnügungen ſeiner Frau und ſeiner Tochter hätte opfern und ſie ins Theater oder auf den Ball führen müſſen. Dem ſeligen Doctor zufolge lagen ſolche Willfährigkeiten gänzlich außerhalb der wah⸗ ren Pflichten des Familienvaters; er dachte, eine rechtſchaffene Frau müſſe ſich entſchloſſen in die Entbehrung der weltlichen Vergnügungen fügen, wenn ihr Mann ihr das Beiſpiel dieſer Entſagung gebe. Ohne hier die eheliche Theorie des Doctors zu er⸗ örtern, werden wir blos ihre Reſultate feſtſtellen, indem wir hinzufügen, daß ſeine Wittwe ſich über die ganze Dauer ihrer Ehe tödtlich gelangweilt hatte.

Die Wittwe Dumesnil war im Uebrigen eine ſehr gute Frau in der ganzen Bedeutung des Worts, voll von Zärtlichkeit gegen ihre Tochter, von Hin⸗ gebung gegen ihren Mann, ſanft, ſchüchtern, von tadelloſen Sitten, aber von äußerſt ſchwachem Cha⸗ rakter und ziemlich beſchränktem Verſtand; nament⸗ lich fehlte ihr die Feſtigkeit des Geiſtes, die einer ſich ſelbſt überlaſſenen Perſon nothwendig iſt, um ihr Leben vernünftig einzurichten. Sie hatte harm⸗ loſe Fehler; ſie war frivol in ihren Neigungen, von einer Nachſicht, die bis an Duldung des Böſen ſtreifte, einer gerechten Strenge unfähig, ſehr zur Verſchwendung geneigt, verſtand Nichts von der Haushaltung, und ſo wäre ihr Haus gänzlich in Unordnung gerathen, ohne die unaufhörliche Auf⸗ ſicht und den unerſchütterlichen Willen ihres Man⸗