Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1855)
Entstehung
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Das iſt falſch, erzfalſch! Sie halten mich für eine Andere! und Sie ſind ein Grobian!

Madeleine Froquet, brauſen Sie nicht auf und hören Sie mich wohl an: Ich war zu einer Conſul⸗ tation nach Montpellier durch mehrere meiner Col⸗ legen berufen; einer derſelben, der Oberarzt des Ho⸗ ſpitals vom Centralhauſe, machte mir den Vorſchlag, einer ſehr ſchweren Operation beizuwohnen, die er an einer Strafgefangenen vorzunehmen habe. Sie hatten ſich krank geſtellt, um ins Hoſpital gebracht zu werden; dieſer weniger bewachte Ort ſchien Ihnen günſtig für Ihre Entweichung. Sie fand ſtatt. Ich habe es durch die Zeitungen erfahren; doch Sie wa⸗ ren noch im Hoſpital, als ich von dort wegging. Ihr Bett ſtand in der Nähe von dem der Gefangenen, welche man operiren ſollte; Ihre merkwürdige Schön⸗ heit fiel mir auf. Ich fragte und erfuhr die Urſache Ihrer Verurtheilung. Als ich Sie vor vier Tagen hier ſah, hatte ich einigen Verdacht über Ihre Iden⸗ tität; ich wollte ihn aufklären, wenn ich nach Hauſe käme, indem ich mein Tagebuch hinſichtlich meiner Reiſe nach Montpellier befragen würde. Dieſes Tage⸗ buch fand ich Anfangs nicht wieder; geſtern Abend glücklicher, habe ich aus dieſem Momento folgende Stelle ausgezogen. Hören Sie.

Der Doctor Max zog aus ſeiner Taſche ein No⸗ tizbuch, während die Lorette, vernichtet durch den Schrecken, krampfhaft bebte und ein Wort zu arti⸗ culiren unfähig war. Der Arzt öffnete ſein Notiz⸗ buch und las:

17. Juni 1849. Hoſpital des Centralhauſes von Montpellier, Operation, u. ſ. w. u. ſ. w.

Sue, der Teufel als Arzt. U. 15⁵