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ganz beſtürzt; ſie ſchaute den Doctor mit einer wach⸗ ſenden Bangigkeit an und ſtammelte:
„Jenny, laſſen Sie uns allein!“
Die Kammerfungfer entfernte ſich, einen erſtaun⸗ ten, neugierigen Blick auf ihre Gebieterin werfend, welche mit dem Doctor Mar allein blieb. Dieſer ſprach mit kurzem, einſchneidendem Tone:
„Madeleine Froquet, Sie ſind eine Diebin!“
„Unverſchämter! Sie wagen .
„Modeleine Froquet, Sie ſind zu fünf Jahren Zuchthaus verurtheilt worden.“
„Das iſt nicht wahr!“
„Madeleine Froquet, Sie haben nur zwei Jahre von Ihrer Strafe erſtanden; Sie ſind ſodann aus dem Centralgefängniß von Montpellier entwichen.“
„Es iſt alſo der Teufel, dieſer Arzt? Wie iſt er von meiner Verurtheilung unterrichtet?“ dachte die Lorette, deren Geſicht vor Schrecken leichenbleich wurde. Da ſie indeſſen dem Doctor noch durch Verdoppelung ihrer Frechheit zu imponiren hoffte, ſo erwiederte ſie:
„Sie ſind feig genug, durch Ihre ſchändlichen Lügen eine wehrloſe Frau zu beſchimpfen. Ich ver⸗ achte Sie!“
„Maodeleine Froquet, Sie haben das reiche Por⸗ tefeuille eines Engländers geſtohlen; Sie reiſten mit ihm in der Diligence von Bordeaur nach Montpel⸗ lier. Wegen dieſes Diebſtahls verurtheilt, find Sie aus dem Gefängniß entwichen- Sie waren damals blond, Sie haben Ihre Haare, Ihre Augenbrauen gefärbt, Sie haben den Namen Emilie Lambert an⸗ genommen und ſo die Polizei in ihren Nochforſchun⸗ gen irre geführt.“


