Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1855)
Entstehung
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„Ja, meine Großmutter, dieſe Schlacht iſt am Anfange der Regierung von Franz I. geſchlagen worden.“

„Wahrhaftig! wer hat Euch den Namen dieſes ritterlichen Königs gelehrt *)?“ verſetzt die Großmut⸗ ter immer höhniſch; „das iſt bei meiner Treue er⸗ ſtaunlich.. . In der Schlacht bei Marignan alſo war Franz l., der nach ſeiner Gewohnheit als ein wah⸗ rer Kriegsmann ſtritt, von einer Reiterſchaar um⸗ zingelt; der Marſchall Tancred, da er ſeinen tapfern König in großer Gefahr ſieht, ſprengt, ſchon verwun⸗ det, auf ihn zu, befreit ihn und bekommt zwei Büch⸗ ſenſchüſſe; ſie zerſchmettern ihm einen Arm und einen Schenkel, und er fällt halbtodt unter ſein Pferd, wie dieſes am ganzen Leibe voller Wunden.“

„Es iſt uns durch meinen Vater wohl bekannt, mit welchem Ruhme ſich unſer Ahnherr bedeckt hat,“ erwiedert Tancred.

„Dieſer Ruhm, man ehrt ihn hier auf eine ſon⸗ derbare Art!“ ſpricht die vornehme Dame kaum ihre Aufregung bewältigend. „Nun, ich vollende . Einige Zeit nach der Schlacht bei Marignan beauf⸗ tragte Franz I., der ſich mit ſeinem Hofe in Fon⸗ tainebleau befand, Tizian mit dem Portrait des Mar⸗

*) Der Verfaſſer dieſer Erzählungen ſchließt ſich durch⸗ aus nicht der von der Herzogin von Sénancvurt für Franz l. ausgeſprochenen Bewunderung au für Franz I., dieſen gekrönten Gladiator, einen der ausſchweifendſten, grauſamſten, heuchleriſch⸗ fanatiſchſten Könige, welche die Blätter der Ge⸗ ſchichte Frankreichs befleckt haben. 3

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