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5. bis 8. Bändchen (1855)
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Vor der Abreiſe von Mama, vor acht Tagen, kam Fräulein Morel mit ihrem Bruder hieher, und während er mit unſerem Vater in ſeinem Cabinet ſprach, begab ſie ſich zu uns; ich ſpielte Klavier; Mama bat ſie, über ein Thema von Chopin, das ſie leidenſchaftlich liebt, zu improviſiren. Sidonie ent⸗ ſprach ihrem Wunſche mit vollkommener Einfachheit. Meine Mutter, welche ſie nie gehört, war voll Be⸗ wunderung.Aber, mein Fräulein, ſagte ſie zu ihr,Sie beſitzen ein Talent erſten Rangs; Sie machen mich eiferſüchtig. Meine Tochter wird immer nur eine Schülerin gegen Sie ſein.Madame, antwortete Sidonie mit einer reizenden Beſcheiden⸗ heit,ich habe Lectionen von Herrn Chopin erhal⸗ ten; ich verdanke einzig und allein dieſem Glücke, das Fräulein Valentine gefehlt hat, die Complimente, die Sie mir zu machen ſo gütig ſind.

Ich erkenne Sidonie an dieſer Antwort.

Dann kam das Geſpräch auf die Gemäldeaus⸗ ſtellung.

Sidonie wußte vortrefflich von Malerei zu ſpre⸗ chen; ſie malt bezaubernde Landſchaften, welche von den Kunſthändlern ſehr geſucht werden; ſie bezahlen dieſelben theuer, und ihr Ertrag wird zu guten Wer⸗ ken und zu Beſtreitung ihrer Toilette verwendet, denn Sidonie ſetzt eine Art von Stolz darein, ſich ſelbſt zu genügen.

Dieſer Umſtand war mir unbekannt; er vermehrt noch die Achtung und die Zuneigung, die mir Fräu⸗ lein Morel ſchon einflößte. Das Geſpräch war alſo auf die Gemäldeausſtellung gefallen. Mama erhob die heute ſo ſehr ſtreitige Frage: über das Schöne