Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1855)
Entstehung
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windlichen Widerwillen ein! verſetzte Valentine mit einem Ausdrucke des Ekels.So wenig als Du be⸗ greife ich, wie mein Vater ſein Vertrauen zwiſchen zwei ſo unähnlichen Perſonen theilen kann: ein Herr Coquard und Herr Morel, ſo zurückhaltend, ſo be⸗ ſcheiden, ſo diſtinguirt! Und dann welch ein edles Herz! Ah! Tanecred, weißt Du, was mich, außer den Verdienſten von Herrn Morel, zu ſeinen Gun⸗ ſten beſtimmt hat? Das iſt ſeine rührende Liebe für ſeine Schweſter! Nachdem Beide Waiſen ge⸗ worden waren, hat er ſie, obgleich noch jung, mit einer faſt väterlichen Fürſorge umgeben; ehe er durch die großen Entdeckungen, die er ſeinem Genie ver⸗ dankt, zu Vermögen gelangte, verwendete er Alles, was er erwarb, darauf, daß er ſeiner Schweſter eine vortreffliche Erziehung geben ließ, und als ſie aus der Penſion austrat, behielt er ſie bei ſich; er lebte nur für ſie. Seitdem er meine Mutter um Erlaub⸗ niß gebeten, ihr Sidonie vorſtellen zu dürfen, habe ich ſie oft geſehen, und immer traten mir die Thrä⸗ nen in die Augen, wenn ich ſie von ihrem Bruder, von ſeiner anbetungswürdigen Zärtlichkeit für ſie reden hörte. Was ſoll ich Dir ſagen, Tancred? nach langer Ueberlegung ſchien mir, ich vermöchte nie einen beſſeren, einen redlicheren Mann als Herrn Louis Morel zu heirathen.

Ich bin vollkommen Deiner Anſicht; denke Dir auch meine Freude, als geſtern Sidonie (gegen Dich kann ich vertraulich reden), als geſtern Sidonie mir geſtand, ſie liebe mich; Du kennſt ſie, Du kannſt ſie beurtheilen, meine Schweſter? nun, ich verſichere Dir, ihre ſeltene Schönheit, ihre ausgezeichneten Talente