Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1855)
Entstehung
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Liebe Valentine, Du haſt mir nie ein Geſtänd⸗ niß gemacht, doch ich habe in Deinem Herzen geleſen; ja, faſt täglich durch ſeine zahlreichen Geſchäftsbe⸗ ziehungen zu unſerem Vater hieher geführt, hat Herr Louis Morel, jung, von einem einnehmenden Aeuße⸗ ren, einer der trefflichſten Ingenieure, welche aus der polytechniſchen Schule hervorgegangen ſind, ein Ehrenmann in der vollen Bedeutung des Wortes, allmälig auf Dich einen lebhaften Eindruck hervor⸗ gebracht. Dieſes Gefühl habe ich begriffen, oh! ja, ich habe es um ſo beſſer begriffen, als es mich ſelbſt für die Schweſter von Herrn Louis Morel erfüllte.

Welch ein Glück! ruft Valentine mit einem Ausbruche reiner Freude; und Tancred ümarmend wiederholt ſie:welch ein Glück! Du liebſt Sidonie Morel? Mir ſcheint, Du rechtfertigſt meine Zunei⸗ gung für ihren Bruder. Nun wohl! ja, ich liebe ihn; die Stunde, Dir nichts zu verbergen, iſt gekom⸗ men. Höre mich an: heute vor vierzehn Tagen, als ſich Herr Louis Morel zufällig mit mir allein be⸗ fand, ſagte er einfach, würdig zu mir:Fräulein Valentine, ich habe die Ehre, Ihnen und Ihrer Fa⸗ milie ſeit bald zwei Jahren bekannt zu ſein. Erlau⸗ ben Sie mir, Ihren Herrn Vater um Ihre Hand zu bitten? Ich werde dieſe Bitte in vierzehn Ta⸗ gen an ihn richten, wenn Ihnen dieſe Friſt zuſagt. Bis dahin wollen Sie überlegen. Sind dieſe vier⸗ zehn Tage abgelaufen, ſo werden Sie wich gütigſt von Ihrem Entſchluſſe durch ein bejahendes oder verneinendes Zeichen mit dem Kopfe bei der erſten Gelegenheit, wo ich mit Ihnen zuſammentreffe, un⸗ terrichten. Ich erwarte von Ihnen nur einen Ge⸗