Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1855)
Entstehung
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mich viel Anſtrengung gekoſtet, es meinem Vater, meiner Mutter, und beſonders dieſem lieben Tancred zu verſchweigen, Tancred, meinem natürlichen Ver⸗ trauten, der übrigens, wie ich glaube, errathen hat,

Valentine von Sénancourt vollendet nicht, und in ihre Träumereien verſunken bemerkt ſie auch nicht die Gegenwart ihres Bruders, der in den Salon eintritt. Tancred von Sénancourt iſt zweiundzwan⸗ zig Jahre alt; ſeine Züge bieten viel Aehnlichkeit mit denen von Valentine: er iſt groß, ſchlank, ſeine Phyſiognomie iſt äußerſt einnehmend. Er nähert ſich ſeiner Schweſter, die er ihren Gedanken entzieht, und ſagt freundlich zu ihr:

Guten Morgen, liebe Schweſter. . . Unſere Großmutter iſt alſo noch nicht aufgeſtanden?

Ich habe ſo eben Dupont beauftragt, ſich zu erkundigen, ob ſie uns empfangen könne.

Es iſt ärgerlich, daß wir ſie geſtern Abend, als wir von der Oper zurückkehrten, nicht umarmen konnten; doch ſie hatte ſich ſchon zu Bette gelegt.

Sie mußte ſo müde ſein! Bedenke doch, mein Bruder, eine Reiſe von ungefähr ſechzig Meilen! und ſie iſt faſt zwei Tage unter Weges geblieben!

Arme Großmutter . .. ſie würde ſich dieſe ganze Strapaze erſpart haben, hätte ſie die Eiſenbahn ge nommen.

Was willſt Du, Tancred? in ihrem Alter ver⸗ zichtet man nicht leicht auf ſeine Gewohnheiten; ſie iſt gewohnt, in ihrem Wagen zu reiſen; dann hätte ſie ohne Zweifel die Geſchwindigkeit der Eiſenbahn erſchreckt.