Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

245

eines von ihren Blättern, ſchreibt ein paar Worte mit Bleiſtift, übergibt das Papier der Dienerin und ſpricht zu ihr:

Tragen Sie auf der Stelle dieſes Billet nach meinem Conſultationszimmer; mein zweiter Zögling wird Ihnen eine Schachtel übergeben; Sie bringen dieſe mir zurück. Beeilen Sie ſich!

Der Doctor kann meinen Herrn retten, ſagt Charlotte zu ſich ſelbſt;ich bin dabei intereſſirt, daß er lebt, da er ſein Teſtament nicht gemacht hat. Iſt Verneuil wieder geſund, ſo wird er meiner nicht ent⸗ behren können; er muß wohl meinen Carabinier ver⸗ ſchlucken.

So denkend, eilt Charlotte fort und läßt den Doctor Max allein mit ſeinem Kunden.

XII.

Unmittelbar nach dem Abgange von Charlotte verwandelt ſich die, bis dahin ernſte, Phyſiognomie des Doctors Max: ſeine kleinen ſchwarzen Augen funkeln von einer boshaften Freude; ein Lächeln von ſardoni⸗ ſcher Grauſamkeit zieht ſeine Lippen zuſammen, und in dieſem furchtbaren Augenblicke erinnert der Aus⸗ druck der Züge des Doctors ſehr an ſeinen Beinamen: der Teufel als Arzt. Er nähert ſich dem Bette von Herrn Verneuil, fühlt ihm den Puls, läßt ein ſcharfes Hohngelächter vernehmen und ſagt:

He! he! mein Herr, ein ſtarker Aderlaß kann Sie retten!

Der Doctor Max ſprach die Wahrheit; ein Ader⸗