IX.
Herr Verneuil begleitet bis auf den Ruheplatz die Dienerin und ſchließt hinter ihr die Eingangsthüre; dann wendet er ſich nach ſeinem Cabinet, um ſich ans Fenſter zu ſtellen und hier die Perſpective der Tour⸗ nure von Lolotte zu genießen; doch an der Schwelle des Speiſezimmers vorbeigehend, hört er ein furcht— bares Nieſen, das zwar entfernt, aber um ſo geräuſch— voller, je mehr es unterdrückt worden iſt.
Bei dieſem Geräuſche dringt Herr Verneuil unge⸗ ſtüm in das Speiſezimmer ein, bemerkt die Ueberreſte eines kräftigen Frühſtücks, und durch die halb geöff⸗ nete Thüre des Zimmers von Charlotte erſchaut er etwas Roth und Blaues, ſtößt dieſe Thüre vollends auf und befindet ſich einem rieſigen, ungeheuer be⸗ ſchnurrbarteten und momentan mit einem gewaltigen Schnupfen behafteten Carabinier gegenüber. Dieſer Hercules, deſſen Haupt ein meſſingener Helm mit ro— ther Raupe bedeckte, ſchnallte die weiße Kuppel ſei⸗ nes ſtählernen Säbels um ſeine hellblaue Jacke, deren
Azur ſtark gegen das Roth ſeines weiten Beinkleides
abſtach. Wenig Coloriſt und in dieſem Augenblicke
beſonders wenig empfänglich für die Harmonie der
Nuancen und die militäriſche Zierlichkeit der Uniform, bleibt Herr Verneuil Anfangs ganz betroffen vor Erſtaunen. Das Erſtaunen macht aber der Wuth
Platz, und leichenbleich ſtürzt er auf den Carabinier
los. Dieſer packt ſeinen Gegner bei
ken, hält ihn feſt, während er ſich rückwärts gegen


