Emma legt auf ein Tiſchchen in ihrer Nähe das in dem Briefe eingeſchloſſene Bruchſtück von einer Zei⸗ tung und ſchickt ſich an zu leſen; aus Discretion ſagt aber Schweſter Florence zu Adele:
„Madame, ich will mich auf einige Augenblicke zurückziehen.“
„Nein, nein, meine Schweſter, bleiben Sie; ich habe weder vor meiner Tochter, noch vor Ihnen Ge⸗ heimniſſe. Lies dieſen Brief, mein Kind.“
Das Mädchen lieſt mit lauter Stimme, wie folgt.
„„Madame,
„Ein unbekannter Freund macht ſich ein Ver⸗ gnügen und eine Pflicht daraus, Ihnen dieſes Stück vom Journal von Nantes mitzutheilen, worin Sie Nachrichten finden werden, die Sie außerordentlich in⸗ tereſſiren müſſen. Das Schiff Adele, befeheigt von Ihrem verſtorbenen alten Liebhaber, iſt mit Mann und Maus untergegangen, bei . . .““
Emma vollendet nicht.
Sie hatte gleichſam maſchinenmäßig die letzten Worte: Befehligt von Ihrem verſtorbenen alten Liebhaher,“ geleſen.
Doch auf einen erſtickten Schrei ihrer Mutter, — ein letzter Schrei eines ſterbenden Geſchöpfes, — ent⸗ fällt der Brief ihren Händen; ſie ſtürzt ſich auf das Bett von Madame Verneuil, ohne die plötzliche Bläſſe 3 von Schweſter Florence zu bemerken; niedergeſchmet⸗


