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ſchen Liebe, der aufopfernden Hingebung hat mich ver⸗ führt, und, wie Schweſter Martha, forderte ich vom Kloſter das Vergeſſen des grauſamſten Herzeleids, das ich empfunden . . . Ich habe die Beſänftigung . . . wenn nicht das Vergeſſen, in den ſechs Monaten ge⸗ funden, ſeitdem ich bei den Schweſtern eingetreten bin. Ich habe den Schleier genommen, nachdem ich völlig wieder zur Geſundheit zurückgekehrt war. Zuweilen langweile ich mich wohl ein wenig, weil
Schweſter Florence unterbrach ſich, erſtickte einen Seufzer, der ihren Buſenſchleier aufquellen machte, und fügte dann bei:
„Geſtern endlich ſagte mir unſere Superiorin, eine Dame verlange eine Schweſter, um bei ihr zu wachen, dieſe Dame heiße Madame Verneuil, und ich ſei beſtimmt, mich zu ihr zu begeben. . . Aber, Adele, ich befürchte Deine Aufmerkſamkeit ermüdet zu haben, Du biſt ſo ſchwach!“
„Nein, oh! nein, liebe Florence! Wenn Du im Gegentheil wüßteſt, wie ſehr mir Deine Worte wohl gethan haben! welche ſchmerzliche Laſt ſie von meinem Herzen genommen! Was ſoll ich Dir ſagen? es iſt vielleicht eine Illuſion, doch ich fühle mich beſſer!“
Es war keine Illuſion.
Eine der gräßlichſten Betrübniſſe von Madame Verneuil war geweſen, ſich auf eine ſchimpfliche Weiſe von Erneſt Beaumont, am Tage ihres Bruches mit ihm, vergeſſen zu glauben. Nachdem die Urſache ver⸗ ſchwunden war, ſollten ihre Wirkungen, ſich zu mil⸗ dern ſuchen, doch leider ſehr ſpät, denn die Krank⸗ heit von Adele war nicht weniger phyſiſch, als mora⸗


