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Madame Verneuil macht eine ſchwache Anſtren⸗ gung, um ihre Hand aus denen von Schweſter Flo⸗ rence zu ziehen, wendet ſich gegen den Alcoven um und ſpricht mit ſchmerzlichem, gereiztem Tone:
„Laſſen Sie mich! Ihr Anblick thut mir weh!“
„Ich beſchwöre Dich, Adele, höre mich an.“
„Ich ſage Ihnen, Ihre Gegenwart thue mir weh! laſſen Sie mich im Frieden ſterben!“
„Adele!“
„Erneſt hat Sie geliebt . . . ich ſterbe . . . was wollen Sie mehr?“
„Du ſollſt die Wahrheit erfahren: Erneſt hat mich nie geliebt.“
Bei dieſen Worten ſchauert Madame Verneuil, ein Blitz der Freude glänzt in ihren Augen; bald er⸗ wiedert ſie aber mit dem Ausdrucke eines bitteren Zweifels:
„Sie täuſchen mich! Sie wollen meine letzten Au⸗ genblicke minder ſchmerzlich machen!“
„Ich Dich täuſchen! ich in einem ſolchen Augen⸗ blicke lügen! lügen unter dem Gewande, das ich trage!“ ruft Schweſter Florence.
Und von knieend, wie ſie war, ſteht ſie auf, ſetzt ſich auf den Rand des Bettes von Madame Verneuil, neigt ſich, immer in den ihrigen eine von den Hän⸗ den ihrer Freundin behaltend, zu dieſer und ſpricht:
„Liebe Adele, willſt Du, kannſt Du mich an⸗ hören?“
„Wozu?“
„Um die Wahrheit kennen zu lernen.“
„Sind Sie nicht mit Erneſt von Paris abge⸗ reiſt?“


