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ich fand ſie in Thränen. Seit dieſem Augenblicke hat das Fieber immer zugenommen.“
„Emma iſt, wie Sie, ſehr nervös, ſehr für Ein⸗
drücke empfänglich, meine liebe Adele; woraus ich ſchließe, daß ſie dieſen Morgen vor neun Uhr eine lebhafte Gemüthsbewegung, eine heftige moraliſche Erſchütterung erlitten haben muß, welche wohl ſtark auf ihre Einbildungskraft, auf ihr Gehirn reagirt hat. Vielleicht iſt es die Folge einer Bewegung des Schreckens? Liebes Kind,“ fügte der Doctor, ſich an Emma wendend, bei, „Sie haben ruhig heute Nacht geſchlafen, — gut; doch dieſen Morgen müſſen Sie von irgend einem unvorhergeſehenen, außerordentlichen Umſtand betroffen worden ſein.“
„Nein, nein,“ erwiedert Emma, ebenſo in Er⸗ ſtaunen geſetzt als beunruhigt durch den Scharfſinn des Arztes, deſſen beobachtenden Blick ſie vermeidet; „ich bin aufgewacht, dann habe ich plötzlich ein ſtarkes Kopfweh empfunden.“
„Hm, hm! das iſt kaum wahrſcheinlich! Auf! ſagen Sie Ihrem alten Freunde die Wahrheit, und. das wird Ihnen leicht ſein, Emma: Sie lügen nie.“
„Theurer, geliebter Engel, Du hörſt unſern Freund? Du, die Du immer ſo aufrichtig biſt, könn teſt uns die Wahrheit verbergen 2
„Mein Gott! Mama, ich habe nichts zu verber⸗ gen, nichts zu ſagen. Ich leide, das iſt das Ganze.“
Der Doctor Mar ſchüttelt den Kopf und wechſelt mit Adele Verneuil einen bezeichnenden Blic.
In dieſer Secunde bringt Charlotte ihrer Gebie terin einen Brief.


