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Adele Verneuil füllt eine Taſſe mit dem Tranke, den ſie bereitet hat, und bringt ſie ihrer Tochter. „Trink, lieber Engel!“
Emma leert die Taſſe und gibt ſie ihrer Mutter zurück. Der Doctor tritt hinzu, ſetzt ſich auf den Rand des Canapé, wo Emma liegt, nimmt eine ihrer Hände, befragt ihren Puls und betrachtet ſorgſam prüfend ihre Züge. Der Doctor Max war der innige Freund der Familie von Madame Verneuil; er hat ſ bei ihrer Geburt geſehen und nennt ſie vertraulich Adele.
Die junge Frau erwartet ängſtlich, ſtillſchweigend, die erſten Worte des Arztes. Das Kind ſchaut ihn zutraulich an.
„Ich finde den Puls von Mademoiſelle Emma ſehr aufgeregt,“ ſpricht der Doctor nach einer auf⸗ merkſamen Prüfung, und er fügt lächelnd bei: „Ich ſage Mademoiſelle weil dieſer ehrerbietige Titel einem großen zwölfjährigen Mädchen gebührt.“ Dann ſeine Hände auf die Stirne und die Schläfe des Kin⸗ des legend: „Die Stirne iſt glühend die Puls⸗ adern ſchlagen heftig. Sie ſagen, meine liebe Adele, unſere kleine Kranke habe vollkommen gut geruht?“
„Nicht wahr, mein Kind?“
„Ja, Mama.“
„Nach der Stärke dieſes Fiebers, das nun ſeinen Parvrysmus erreicht hat, muß der Anfall gegen neun Uhr dieſen Morgen begonnen haben.“
„Ich bin in der That zu dieſer Stunde, lieber Freund, nach dem Abgange meines Mannes ins Mi⸗ niſterium, in das Zimmer meiner Tochter eingetreten;


