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niederſchmettert; an das Gute aus Natur, aus In⸗ ſtinct, aus Bedürfniß und Aehnlichkeit glaubend, gelangen ſie mit einem Male zur Entdeckung des Böſen ohne den Uebergang des Mißtrauens und des Verdachtes, denn ſie ſind unfähig zu der geduldigen, aufmerkſamen Verſtellung, welche, mit einem discre⸗ ten, ſchlauen Blicke den Fortſchritt einer ſchlimmen Handlung beſpähend, ihre völlige Entwickelung ab⸗ wartet, um die Maske abzuwerfen und loszubrechen.
Man hat es längſt geſagt, und nichts iſt wahrer, als das Volksſprüchwort:
„Um das Böſe zu argwohnen, muß man fähig ſein, es ſelbſt zu begehen!“
Das iſt Adele Verneuil.
Es hat elf Uhr Morgens geſchlagen. Die Züge der jungen Frau drücken in dieſem Augenblicke eine tiefe Bangigkeit aus; ihre Tochter Emma, zwölf Jahre alt, liegt auf dem Canapé des Salon, der dem Schlafzimmer vorhergeht. Dieſes Kind von einem frühreifen Verſtande, von einem bezaubernden Ge⸗ ſichte, in welchem man eine der der Mutter gleiche nervöſe Empfindlichkeit lieſt, iſt einer lebhaften Auf⸗ regung preisgegeben; die Fieberhitze gibt, ihre Wangen purpurroth färbend, ihrem Blicke einen ungewöhn⸗ lichen Glanz; ſie hat ungeſtüm weit von ſich eine Bettdecke geſchoben, von der ſie halb umhüllt iſt. Auf einem niedrigen Stuhle an der Seite ihrer Tochter ſitzend, hält Madame Verneuil eine ihrer kleinen Hände in den ihrigen, betrachtet ſie mit einem Blicke 6. Sorglichkeit und ſagt zu ihr mit ängſtlichem
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