Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1855)
Entstehung
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gen Frau einen unausſprechlichen Reiz, der nur fühl⸗ bar iſt für jene kleine Anzahl von Elitemenſchen, welche . ein Ideal ſuchen, das ihrer Anſicht nach hoch über der plaſtiſchen Schönheit.

Fügen wir ſogleich bei, daß die Einfachheit, der gute Geſchmack, der Mangel an aller Prätenſion, die Beſcheidenheit bis zur Unkenntniß ihres eigenen Wer⸗ thes getrieben von Adele Verneuil bis auf den Schatten den Gedanken, ſich als ideales und folglich faſt immer unbegriffenes Geſchöpf aufzuſtellen, entfernten. Nein, Adele Verneuil iſt vor Allem natürlich und auf⸗ richtig; ihre Schüchternheit, eine leichte Nuance von, ſo zu ſagen, angeborener Traurigkeit, ohne irgend etwas Bit⸗ teres, laſſen ſie die friedliche Einſamkeit des häuslichen Herdes dem geräuſchvollen Leben der Welt vorziehen, wo ſie der Rang ihres Gatten einführen konnte; die Sor⸗ gen ihres Hausweſens, die Erziehung ihrer Tochter (ihr Sohn blieb im Collége), die Lecture, ein wenig Muſik, eine Erholung, die ſie mit einer gewiſſen Sammlung des Gemüthes, und wenn ſie ſich allein fand, genoß, dies war die Verwendung der Tage von Adele Verneuil. Sie erfüllte würdig ihre Gat⸗ tinpflichten, ſchwärmte für ihre Pflichten als Mutter und vergötterte ihre Kinder. Setzen wir hinzu, daß ihr redlicher Charakter zu denjenigen gehörte, welche die Ungerechtigkeit, die Gemeinheit und die Lüge um ſo mehr befremden und verletzen müſſen, als ſie in ihrer edlen Unſchuld bis zur Blindheit den Unglauben in Betreff des Böſen treiben.

Es gibt Niederträchtigkeiten, Abſcheulichkeiten, welche die edlen, erhabenen Geiſter nur zugeben, nur glauben, wenn plötzlich die Gewißheit ſie erleuchtet und