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„Alphonſine! Gerard! umarmen Sie Ihren lieben Oheim.“
Kaum hatte Miß Marh ſo geſprochen, als das Mädchen mit ſeinem Bruder hinzu lief und dem Greiſe, der bald auch von Herrn und Frau von Morville um⸗ geben war, um den Hals fiel.
Der Anblick ſeiner Familie, die er ſo wenig bei ſich zu treffen erwartete, war ein letzter Schlag für Herrn de la Botardiere. Die Weigerung von Miß Marh hatte ihm einen tiefen Kummer verurſacht, und ehe er dieſen Schmerz überwunden, war er zehnmal in die Arme von Alphonſine, von ihrem Bruder und von Herrn von Morville geſchloſſen geweſen, welche tief be⸗ wegt zu ihm ſagten:
„Lieber, guter Oheim, endlich ſind Sie uns wieder⸗ gegeben!“
So wunderlich, ſo mürriſch, ſo grollſüchtig der Greis auch war, dieſe Beweiſe von aufrichtiger Zuneigung rührten ihn um ſo mehr, als er zur Rührung durch ſeinen Schmerz über die Weigerung von Miß Marh geſtimmt war. Für dieſen Kummer fand er auf der Stelle einen Troſt in dem liebevollen Eifer ſeiner Familie! ſeine Augen füllten ſich auch unwillkürlich mit Thränen; er ſchloß Alphon⸗ ſine und Gerard in ſeine Arme und ſagte zur Erziehe⸗ rin mit einem Tone traurigen Vorwurfs:
„Ah! Miß Mary, Miß Mary!“
„Habe ich mein Verſprechen nicht gehalten ?“ er⸗ wiederke Miß Mary mit ihrem ſanften Lächeln. „Sind Sie nicht in der Mitte einer Familie, die Sie liebt? Drücken Sie an Ihr Herz nicht ein Mädchen, das Sie wie einen Vater werth hält?6
„Wohlan!“ ſprach der Greis, ſeinem Neffen die Hand reichend, „Alles iſt vergeſſen. Ihr würdet mich alſo ein wenig lieben, Ihr Leute, trotz meines Gezänks?“
„Wir werden Sie lieben, mein theurer Oheim, unter der Bedingung, daß Sie uns viel ſchelten.“


