Druckschrift 
Miss Mary oder Die Erzieherin / von Eugene Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

298

Mein Herr, ehe ich auf einen für mich ſo ehren⸗

vollen Antrag antworte

6 Fräulein, die Ehre iſt ganz auf meiner eite.

Ich wünſchte zu wiſſen, ob Ihre Einſamkeit wirk⸗ lich ſo ſehr auf Ihnen laſtet, als Sie behaupten.

Liebe Miß Mary, darauf gebe ich Ihnen mein Ehrenwort, ich langweilte mich am Ende wie ein Todter, ja, denn bei unſerer erſten Unterredung hatten Sie in meinem Herzen eine falſche Eitelkeit geleſen, die mich abhielt, Ihnen die traurige Wahrheit zu geſtehen.

Ich bitte, mein Herr, überlegen Sie Ihre Worte; ich würde es ſehr bedauern, wenn ſie nicht aufrichtig wären.

So wahr, als ich mit dem Namen Joſephin getauft worden bin, das Leben war nicht für mich auszuhalten. Wenn Sie wüßten, was es iſt, in meinem Alter der Willkür alberner Diener anheimgegeben zu ſein, wie die⸗ ſer taube Ambroiſe einer iſt, der mich o eben erſt auf die Gefahr, mich vor Zorn erſticken zu machen, einge⸗ ſchloſſen gelaſſen hat!

Das iſt nur ein Zufall, mein Herr, und ich be⸗ 5 immer, Ihr Entſchluß iſt nicht hinreichend über⸗ egt.

Liebe Miß Mary, ich ſchwöre Ihnen Erlauben Sie, Sie ſprechen von Ihrem Wunſche, meine Familie ſich bei Ihnen niederlaſſen zu ſehen, und on dem Glück, das Sie in der Traulichkeit dieſes ſüßen Perkehres finden würden?

Gewiß, das iſt nur mein Traum, mein einziger Wunſch!

Sie haben aber doch eine Familie, und Sie ſind zwei Jahre von ihr entfernt geblieben? Wie ſoll ich glau⸗ ben, daß

Liebe Miß Marh, unterbrach Herr de la Botar⸗ diere die Erzieherin,ich will Ihnen mit einem Worte

5