Druckschrift 
Miss Mary oder Die Erzieherin / von Eugene Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

294

Er fleht Sie an, mein Fräulein, ihm zu erlauben, die Verbindlichkeiten nicht zu verletzen, welche gegen Ihre Familie einzugehen er ſo glücklich geweſen iſt! rief

Herr von Favrolle, während er von dem Orte, wo er ſich bis jetzt verborgen gehalten, hervortrat und auf Alphonſine zuſchritt.

Das Mädchen konnte einen Schrei des Erſtaunens nicht zurückhalten und verbarg ſeine Röthe und ſeine Verwirrung am Buſen von Miß Mary, in deren Arme es ſich warf.

Du hier! rief Gerard;Du hier, Theodor! Du warſt da?

Ja, ja, ich habe Alles gehört, erwiederte Herr von Favrolle, ſeine Thränen trocknend;ja, ich habe Alles gehört, mein Bruder. Ah! die Edle, die Muthige! Und ich konnte ſie mißkennen! Gerard, glaubſt Du, daß ſie mir verzeiht? Oh! ich würde mrin ganzes Leben dem Beſtreben weihen, ſie den Kummer, den ich ihr verurſacht, vergeſſen zu machen.

Ich will ſie um Deine Begnadigung bitten, mein lieber Theodor, und ich habe gute Hoffnung, ſagte Gerard, indem er ſich ſeiner Schweſter näherte, welche, umſchlun⸗ gen von den Armen von Miß Mary, ihr Geſicht an deren Schulter verbarg. Herr von Favrolle aber ging auf den Kapitän Douglas zu und ſagte:

Mein Herr, unter Leuten von Herz ſchämt man ſich nicht, ſein Unrecht zu geſtehen: ich geſtehe das meine und bitte Sie, es zu vergeſſen.

Es iſt ſchon te mein Herr; ich erinnere mich nur noch Ihrer Artigkeit gegen Fräulein Lawſon bei ihrer Ankunft in Frankreich. Ich hatte Ihnen in meiner Dankbarkeit meine Hand gereicht; erlauben Sie mir, ſie ihnen abermals zu reichen.

Herr von Favrolle drückte dem Kapitän Douglas herzlich die Hand, als Alphonſine, mit der Gerard leiſe geſprochen, ohne daß ſie den Kopf, den ſie auf die Schul⸗ ter ihrer Erzieherin lehnte, zu erheben wagte, mit be⸗