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Miss Mary oder Die Erzieherin / von Eugene Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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von Herz für unſere guten Gefühle und für unſere muthige Reſignation in den ſchwierigen Augenblicken unſeres Lebens . Ich erwartete nicht, ſo bald die trefflichen Worte von Miß Mary verwirklicht zu ſehen.

Ich auch nicht, Herr Henry, und Sie machen den Bruder und die Schweſter ſehr ſtolz, ſehr glücklich, ſagte Alphonſine mit einer freundlichen, beinahe heiteren Miene, welche ein tiefes Erſtaunen bei Miß Mary erregte, denn in dieſem Augenblick dachte ſie an die Liebe des Mäd⸗ chens für Herrn von Favrolle.

Das Erſtaunen der Erzieherin entging Alphonfine nicht; ſie machte ihr ein Zeichen des Verſtändniſſes und ſagte mit einem ſanften Lächeln:

Ich errathe die Urſache Ihres Erſtaunens, Miß Mary; ſehen Sie, ſeit geſtern ſind viele Dinge vorge⸗ gangen.

Iſt das ein Geheimniß, liebes Kind?2

Oh! nein. So habe ich geſtern Abend, als ich glaubte, ich würde Sie nicht wiederſehen, viel geweint, viel nachgedacht; ich dachte, mein Leben werde ſich verändern, da ich bis jetzt immer in Ihnen, liebe Miß Mary, eine Füh⸗ rerin deboht hatte, auf die ich ebenſo ſehr hörte, als ich ſie liebte; wiſſen Sie, womit ich ſodann die erſte Nacht unſerer Trennung zubrachte? ich rief in mein Gedächtniß zurück und fand in meinem Herzen wieder Ihre Lectio⸗ nen, Ihre Rathſchläge; Sie hatten mir dieſelben mit einer ſo liebreichen Zärtlichteit gegeben, daß ſie mir in der Zeit nur reizende Geſpräche zu ſein ſchienen. Beur⸗ theilen Sie mein Glück, als ich an meinen guten Ent⸗ ſchlüſſen, an meinem Muthe fühlte, daß dieſe von Ihnen ſeit zwei Jahren ausgeſtreuten Keime ſich in mir ent⸗ wickelt und ihre Früchte getragen hatten. Da, meine liebe Miß Mary, habe ich zum erſten Mal die Erzie⸗ hung, die ich Ihnen verdante, begriffen und geſegnet. Und wollen Sie einen ganz neuen Beweis, Herr Henry, von dem heilſamen Einfluß der Beiſpiele, der Lehren von Miß Mary? Stellen Sie ſich vor, daß ein unſeli⸗

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