Druckschrift 
Miss Mary oder Die Erzieherin / von Eugene Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

287

Herr von Favrolle verbeugte ſich, mit einer gezwun⸗ genen Miene lächelnd und nur mit Mühe ſeinen Zorn verbergend, als daſſelbe Geräuſch, das ſchon einmal die Aufmerkſamkeit der drei in der Stube verſammelten Perſonen erregt hatte, abermals hörbar wurde.

Es muß Jemand in einem von den nächſten Zim⸗ mern eingeſchloſſen ſein, ſagte Herr von Faprolle; kaum hatte er dieſe Worte als, während das Ge⸗ räuſch immer noch hörbar war, Alphonſine und Gerard raſch in die Stube eintraten. Das Mädchen warf ſich in die Arme ſeiner Erzieherin und rief:

Hier iſt ſie! hier iſt ſie, die theure, gute Miß! Wir werden ihr wenigſtens Lebewohl ſagen können!

XXVI.

Beim Anblick von Fräulein von Morville und in der Lage, in der er ſich gegen Miß Mary und Henry Douglas befand, fühlte Herr von Favrolle ſeine Stellung, welche ſo falſch, ſo peinlich, daß er unwillkürlich hinter den Windſchirm zurückwich, wodurch er für den Augen⸗ blick Alphonſine und Gerard entging.

Ohne die Gegenwart von Heurh Douglas zu be⸗ merken, hatte ſich Alphonſine bei ihrem Eintritt in die Arme ihrer Erzieherin geworfen; ſie küßte dieſe zärtlich und ſagte zu ihr: .

»Ah! die böſe Miß, die ſo abreiſt, ohne uns wenig⸗ ſtens den Troſt zu laſſen, ihr Lebewohl zu ſagen!

Erſt dieſen Morgen, fügte Gerard bei,als wir den Kutſcher meines Vaters befragten, erfuhren wir, daß Sie im Wirthshauſe von Saint⸗Hilaire über Nacht geblieben. Alphonſine und ich ſtiegen dort aus und hörten, Sie haben ſich hierher führen laſſen.

Und auf die Gefahr, dem Zorne unſeres Oheims

zu trotzen, ſind wir hierhet gekommen, um Sie bei ihm