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Miss Mary oder Die Erzieherin / von Eugene Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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Douglas mit vollkommener Ruhe, nachdem er ſeinen Nebenbuhler aufmerkſam angehört hatte,ich ſehe in Ihren Worten nur den Beweis von einem für Sie und für Miß Mary ſehr ehrenwerthen Gefühle. Sie lieben ſie? das wundert mich durchaus nicht. Ich kenne ihren ganzen Werth. Sie wünſchen ſie zu heirathen? das wundert mich um ſo weniger, als ich denſelben Wunſch hege, wie Sie; es fragt ſich nur, ob meine Couſine Sie vorzieht.

Mein Herr! rief Herr von Favrolle, immer mehr gereizt durch die Kaltblütigkeit ſeines Gegners,ich liebe Miß Mary ebenſo ſehr und auf eine ebenſo ehren⸗ hafte Weiſe, als Sie ſie lieben; mein Name kommt dem Ihrigen, meine Stellung in der Welt kommt der Ihri⸗ gen gleich, und ich ſehe nicht ein, warum Sie mir vor⸗ gezogen werden ſollten.

Was dies betrifft, haben Sie vollkommen Recht, mein Herr, erwiederte der Kapitin Douglas mit ſeinem brittiſchen Phlegma.Ihre Artigkeit gegen Fräulein Lawſon während Ihrer Reiſe mit ihr beweiſt, daß Sie ein galanter Mann ſind, und daß Sie nur auf eine ſehr ehrenhafte Weiſe eine wie Miß Mary der Achtung ſo würdige Perſon zu lieben vermöchten. Was Ihren Namen und Ihre Stellung in der Welt betrifft, ſo müſſen ſie äußerſt anſtändig ſein, da Ihnen Herr und Frau von Morville die Hand ihrer Tochter bewilligten. Wir haben alſo in dieſer Hinſicht gleiche Anſprüche auf die Zunei⸗

ung von Miß Mary; aber frei in ihrer Wahl, gewährt ſie mir den Vorzug. Dieſe Bevorzugung hat nichts Verletzendes für Sie; ich ſehe auch in der That nicht ein, warum Sie die Hand ausgeſchlagen haben, die ich Ihnen, das verſichere ich Sie, herzlich angeboten.

Mein Herr, rief Herr von Favrolle, außer ſich

durch das ruhige, verſtändige Weſen von Henry ouglas,in Frankreich drückt man einem Nebenbuhler

nur die Hand, nachdem man redlich mit ihm den Degen

gekreuzt hat.